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Rosemarie Lierke |
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Antike Glastechnologie / Ancient Glass Technology |
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Kameoglas |
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Welche Werkspuren kann man erkennen und wie kann man sie erklären? Text I. Kameoglas - mehr Evidenz für die Heißformung (mit einer Ergänzung) Text II. Kann man einige Kameogläser früher datieren? Siehe zum Kameothema auch L1996a (viele Detailphotos); L1997b (kurzer Artikel in den Annals AIHV); Lierke/Lindig 1997 (Kameotechnik, erste Untersuchung der internen Kratzer); Mommsen 1997, Glass Sci. Technol. 70, 1997, No. 7, 211-219 (Röntgenfluoreszensanalysen, engl.); L1999 (‘Antike Glastöpferei, siehe insbesondere das Kapitel Kameoglas); L2002b (wissenschaftliche Untersuchung der internen Kratzer und eines aufgeschmolzenen Glasfädchens); L2004a (Leserdiskussion in ‘Minerva’). In dieser Web site: English summary von ’Antike Glastöpferei’ L1999; Glastöpferei / kleiner Exkurs betr. Kameoglas Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert 19. 01. 2007
Heißformung von Kameoglas - das Prinzip |
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Modell Gipsform Glasmehlfüllung heißes Glas Pressen Absenken Rand fließt Andrücken gekühlt |
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Eines der wichtigsten Ergebnisse meiner Arbeit ist die Erkenntnis, daß die frühen römischen Kameo- glasgefäße nicht durch Schleifen oder Schneiden aus einem
zweischichtig geblasenen Glas entstan- den. Sie wurden stattdessen mit großer Wahrscheinlichkeit unter Verwendung von Glasmehl für den Dekor heiß geformt. Das Glaspulver wurde durch die Hitze des glühend heißen Glases des
Gefäßkörpers aufgeschmolzen. Dieser Prozeß ist mit der Technik der Terra Sigillata verwandt. Statt mit wiederverwendbaren Keramikformen wurde allerdings mit leicht entfernbaren, nur einmal benutzbaren Gipsformen gearbeitet.
Diese Beschreibung der Kameoglasherstellung widerspricht der bisherigen Lehrmeinung. Man möchte in den Kameoglasgefäßen die ‘Meisterwerke der Glasschneidekunst’ aller Zeiten sehen. Aber es geht hier nicht um Glaubensfragen sondern
um die Bewertung nachprüfbarer Fakten. Jeder, der sich dafür interessiert und sich die Originale genauer ansieht, kann sich ein eigenes Urteil bilden. |
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Welche Werkspuren kann man erkennen und wie kann man sie erklären? Anhand der beiden eindrucksvollen Kameogefäße im Britischen Museum, der Auldjokanne (GR 1840.12-15.41) und der Portlandvase (GR 1945.9-27.1), wird im Folgenden eine Auswahl von
Werkspuren erwähnt, die ein aufmerksamer Museumsbesucher erkenne Die Auldjokanne:
1. Der Henkel ist oben homogen ohne Ansatz mit dem Gefäß verbunden, das heißt Gefäß und Henkel sind aus einem Stück (bestätigt durch M. Bimson in D.B. Harden, JGS 23,1983, 51). Was bedeutet das? Gefäß und
Henkel sind offenbar gleichzeitig geformt worden, das heißt der Henkel wurde nicht nachträglich angesetzt, wie das beim geblasenen Glas üblich ist. Er wurde aus einem zumindest
einseitig viel längeren Hals ausgeschnitten bzw. pressend geformt. Dafür spricht auch das offenbar gepreßte, nicht geschliffene Muster auf dem Henkel. An seinem unteren Ende wurde der Henkel mit einem heißen Glasbatzen ohne
Rücksicht auf den bereits vorhandenen, also nicht erst nach
dem Erkalten geschnittenen Dekor geschmolzen.
2. Die Wandung hat sich beim Ansetzen des Henkels mit dem Dekor verzogen. 3. Der mitten um das Gefäß laufende, oberflächlich gerundete weiße
Reif ist ebenfalls verzogen. Was bedeutet das? Ein zu schneidender Reif wäre auf dem erkalteten Schleifrrohling vorgezeichnet
worden und deshalb mit Sicherheit horizontal und geradlinig. Außerdem wäre die Oberfläche eines Reifs, der aus einem zweischichtigen Glas geschnitten wurde, wohl kaum so perfekt gerundet, da
jede geschnittene konvexe Rundung aus kleinsten nebeneinander gesetzten Schleiffacetten ‘modelliert’ werden müsste - und das wäre ein erheblicher Arbeitsaufwand. Alles spricht dafür, daß
der gerundete Reif aus einer Form kommt und sich im noch heißen Zustand verzogen hat. 4. Wo bei den Ranken der weiße Kameodekor abgeplatzt Ergänzung: die gelegentlich geäußerte Vermutung, die Schleifrohlinge der Kameogläser könnten zweischichtig in eine Form geblasen worden sein, ist unrealistisch. Kein einziges Kameoglas, egal ob dick- oder dünnwandig, zeigt auf der Innenseite irgendwo die Spur eines Reliefs, wie es bei formgeblasenem Glas zu erwarten wäre.
Die Portlandvase: Die Portlandvase läßt nur wenige Werkspuren erkennen, da sie aufgrund ihrer Geschichte mehrfach restauriert wurde und heute eine beispiellose Hochglanzpolitur trägt, die
vermutlich auf eine frühere Restaurierung zurückgeht. Doch die wenigen Spuren reichen aus, um auszuschließen, daß der Kameodekor geschliffen wurde. 1
. Die Hörner am unteren Henkelansatz wurden nicht bearbeitet (zuerst beschrieben durch 2
. Es sind keine Fehler erkennbar, die durch Schleifen oder Schneiden entstanden, wohl aber Modellierfehler (ein Beispiel für einen Modellierfehler siehe Text I, 3. Neben dem deformierten Fuß sind im dunklen Glas leicht schräge und vertikal extrem langge- streckte Blasen erkennbar (beschrieben durch
Beiden bzw. allen bekannten Kameogefäßen gemeinsam ist die undekorierte obere Partie (kein Dekor auf den Henkeln, am Hals oder Rand). Für den Museumsbesucher nicht sichtbar sind die für
die Herstellung signifikanten Spuren der Innenseite. Sie wurden auch bisher in der Literatur nur selten erwähnt und wenn, dann nicht korrekt gedeutet (Portlandvase: richtig ‘umlaufende Kratzer’ statt ‘Schleifspuren’, siehe Text I,1
, Auldjokanne: für die vertikalen Spuren im Hals besser ‘Fließspuren’ statt ‘Blasspuren’(solche Spuren treten bei anderen geblasenen Gefäßen nicht auf!) [L1996a, Abb.3; 31; Harden JGS 25, 1983, siehe auch hier
(Referenz zu S. 623)]. In jedem Fall unterscheiden sich beide Gefäße durch diese Spuren von geblasenem Glas. Das gilt auch für die anderen frühen Kameogefäße. Alle bisher festgestellten Merkmale können mit einer Heißformung des Kameoglases erklärt werden.
In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen wurde das Problem der Kameoglasherstellung eingehend untersucht. Mit einer Sachbeihilfe der Deutschen Forschungs-
gemeinschaft konnten viele Originalgläser und -fragmente inspiziert und einige
An dieser Stelle sei allen besonders gedankt, die trotz unterschiedlicher Ansichten Zugang zu den in ihrer Obhut befindlichen Kameogefäßen und Fragmenten ermöglichten. Es gibt insgesamt neben einigen Kameoplatten 12
erhaltene Gefäße und ca. 200 Fragmente. Davon konnten insgesamt 6 Gefäße, 2 Platten und zahlreiche Fragmente untersucht werden. Mein Dank gilt insbesondere dem Britischen Museum für die wiederholte Gelegenheit, die
kostbaren Originale des Museums zu untersuchen (Dr. V. Tatton-Brown und Dr. Paul Roberts). Letzte Aktualisierung 19.01.07
Der folgende Text, hier leicht ergänzt, wurde während des 15. Kongresses des AIHV, New York/Corning, 15.-20. 10. 2001, als Teil eines Posters präsentiert, eine zusammenfassende Kurzfassung der Postertexte wurde aber nicht gedruckt. Wenn Sie zitieren wollen, erwähnen Sie bitte Autorin, Kongreß und Website mit Datum. I Kameoglas – mehr Evidenz für die Heißformung Intensive Untersuchungen des frühen römischen Kameoglases lieferten viele Argumente für eine
Herstellung ohne Glasschnitt. Nicht auszuräumende Zweifel bestehen vor allem, daß spannungsfreie Überfangrohlinge für einen Kameoschnitt geblasen werden konnten - nur ein bis zwei Generationen
nach der Erfindung des Glasblasens. Es erscheint ebenso unwahrscheinlich, daß mindestens ein halbes Jahrhundert vor den ersten Versuchen mit einfachem Intaglio-Facettenschnitt bereits zeitlose
Meisterwerke des Hochschnitts entstanden. Diskussionen über das Thema haben inzwischen noch weitere Argumente für die Heißformung erbracht. 1. Gedehnte Blasen
im blauen Glas wurden als Beweis dafür genannt, daß der Rohling der Portlandvase geblasen wurde [W. Gudenrath, D. Whitehouse, The manufacture of the vase and its
ancient repair, J. Glass Studies 32, 1990, p. 109; in Fig. 67 dieser Veröffentlichung wird der rechte Fuß und Unterschenkel einer sitzenden weiblichen Figur aus weißem Glas gezeigt, sowie stark
vertikal gedehnte Blasen im benachbarten blauen Hintergrund]. Im unteren Wandbereich eines Gefäßes ist jedoch die Blasendehnung praktisch die gleiche, egal ob das Gefäß geblasen und
gestreckt oder gepreßt worden ist. Etwas anderes ist wichtig: weil die zwei Schichten eines Überfangglases gemeinsam fertiggeblasen werden, sollten die Blasen in beiden Schichten auch
ungefähr die gleiche Verzerrung erleiden. Für den gegebenen Fall heißt das, wenn die Blasen im blauen Glas gedehnt wurden, sollten die Blasen im weißen Glas ungefähr genauso gedehnt worden
sein. Aber im Beispiel sind die Blasen im weißen Glas im gleichen Bereich rund. Das läßt sich am besten am Original überprüfen, ist jedoch auch auf dem oben erwähnten Foto zu erkennen. Dieses
Merkmal wurde bisher nicht beachtet, es ist jedoch leicht mit dem vorgeschlagenen Formungsprozeß zu erklären [siehe 2. Der rechte Fuß der oben erwähnten sitzenden Figur, hier abgebildet als Detail des Titelbildes von 3. Die Innenseite der frühen Römischen Kameoglasgefäße wird in der Regel ganz oder teilweise von umlaufenden Kratzern bedeckt. Es wurde angenommen, daß die Ursache dieser horizontalen
Spuren bei der Portlandvase ein Beschleifen der Innenseite gewesen ist, durch das der Rohling auf Spannungen getestet oder diese Spannungen vermindert worden sind [W. Gudenrath and D.
Whitehouse, The internal grinding of the vase, J. Glass Studies 32, 1990, p.137]. Da diese Auffassung gelegentlich noch zitiert wird, wiederhole ich eine frühere Erwiderung [
Ergänzung: Inzwischen erschien Ursula Liepmann, Ein augusteisches Kameoglas im Kestner-Museum zu Hannover. Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte Bd. 41 (2002) S. 9 – 36. In einer ausführlichen technologischen, stilistischen und chronologischen Analyse wird ein Objekt aus der Sammlung des Namensgebers des Museums vorgestellt. Hier zu Text I als Ergänzung erwähnenswert ist das von anderen Kameo-Beispielen bekannte Phänomen, dass sich bisweilen das Relief in den dunklen Hintergrund fortsetzt. Das Hannover’sche Kameoglas zeigt zwei männliche Figuren, deren eine auf den ersten Blick einen etwas flachen Scheitel zeigt, während der zweite Blick dessen Fortsetzung im dunklen Glas enthüllt. Dieses Detail kann man hier schwerlich als bewusstes Stilmittel erklären und für seine ‚mystische’ Wirkung bewundern – wie bei anderen Beispielen, wo das gleiche Phänomen als Zeichen für die hohe Kunst des Römischen Kameoglasschnitts gewertet wurde. Bei der Heißformung tritt dieses Phänomen automatisch auf, wenn der negativ eingegrabene Dekor in der Form nur unzureichend mit weißen Glasmehl gefüllt wurde und das aus dem Pulver geschmolzene weiße Glas den dunklen Untergrund nicht vollständig bedeckt [siehe die Abbildung einer kleinen Kameoplatte unter Glastöpferei /Abb. f ]. U. Liepmann schließt sich der Erklärung durch Heißformung an und findet auch andere Details in Übereinstimmung damit. R. Lierke, 13.08.03
Der folgende Text, hier leicht ergänzt, wurde während des 15. Kongresses des AIHV, New York/Corning, 15.-20. 10. 2001, als Teil eines Posters präsentiert, eine zusammenfassende Kurzfassung der Postertexte wurde aber nicht gedruckt. Wenn Sie zitieren wollen, erwähnen Sie bitte Autorin, Kongreß und Website mit Datum II Kann man einige Kameogläser früher datieren? Geformte Reliefplatten, Schmuck oder Einlagen aus Ägyptischer Fayence gab es in Ägypten
mindestens seit der 18. Dynastie. Fayenceobjekte wurden keramikähnlich aus pulverförmigen Bestandteilen geformt und gebrannt, während Glasobjekte entweder aus Glaspulver gesintert oder
aus wiedererhitzen Brocken gepreßt worden sind. In der Ptolemäerzeit wurden die geformten Glaseinlagen immer raffinierter. Es ist deshalb nicht überraschend, daß die ersten geschnittenen
Kameosteine auch diese Kunst inspirierten. Mehrere dreischichtige Glaskameo-Porträts Ptolemäischer Könige sind bekannt, die ins 2. oder in die erste Hälfte des 1. Jhs. v. Chr. datiert
werden [D. Plantzos, Ptolemaic cameos of the second and first centuries B.C., Oxford Journal of Archaeology, v. 15, no. 1, 1996, 39-61]. Es gibt kaum einen Zweifel, daß ihre Herstellung die
Tradition der eben erwähnten geformten Reliefplatten und -Einlagen fortsetzt. Ihr Aussehen entspricht dem anderer dreischichtiger Glaskameos. Für diese wurde die Verwendung von Glasmehl
für den Kameodekor festgestellt - völlig in Übereinstimmung mit den unabhängigen Untersuchungen von C. Weiß [Lierke in L1999, S.77-79 und C. Weiß ebenda S.80-82].
Ein kleiner Umweg führt zu den Kameoglas-Gefäßen. Geschlossene ‘Onyx-’ oder ‘gebänderte’ Gläser ohne starke Kernspuren gab es wahrscheinlich schon im zweiten Jh. v. Chr. Doch die kleinen
Glasröhren, die man benutzt hat, um in der zweiten Hälfte des 1. Jhs. v. Chr. die ersten kleinen dünnwandigen Glasgefäßchen zu blasen, wären nie kräftig genug gewesen, um einen dickwandig
vorfabrizierten Onyxglasrohling aufzunehmen und auszublasen. Metallblaspfeifen wurden offenbar erst in der 2. Hälfte des 1. Jhs. n. Chr. benutzt, um große Urnen zu blasen. Die ‘Onyxgläser’ und die
bekannten kleinen Goldbandgläser sind ein Beweis dafür, daß es möglich war, Hohlgläser ohne Blasen herzustellen. Beide Gläsertypen zeigen gelegentlich - wie auch einige Kameogläser -
Fließspuren im Hals, die beim geblasenen Glas nicht vorkommen. [Mehr Information zum frühen Hohlglas in In jedem Fall waren auch schon vor dem letzten Viertel des 1. Jhs. v. Chr. die technologischen
Voraussetzungen vorhanden, um Kameoglas-Gefäße herzustellen. Man konnte Glaskameen formen und man war in der Lage, Hohlgläser zu produzieren. Diese beiden Fähigkeiten mußten nur
miteinander vereinigt werden. Die wenigen erhaltenen frühen Kameoglas-Gefäße werden heute alle ins späte 1. Jh. v. Chr. oder in die erste Hälfte des 1. Jhs. n. Chr. datiert. Lediglich die Corning
Kameo-Laginos no. 68.1.1 (vermutete Herkunft: das östliche Mittelmeergebiet) wurde durch A. Oliver vorsichtig dem späten 2. oder dem 1. Jh. v. Chr. zugeschrieben [A. Oliver Jr., Glass Laginoi,
Journal of Glass Studies, v.14, 1972, pp. 17-22]. Ihre zahlreichen Keramikparallelen datiert man 3./1. Jh. v. Chr.. Die Suche nach Keramikparallelen für andere Kameogläser liefert erstaunliche Ergebnisse. Die
Bodenrosette (a) des kleinen Kameobalsamariums im Gettymuseum [in der unten gegebenen Übersicht], das aus Eskisehir/Türkei stammen soll, paßt fast genau in ein Formfragment aus Kyme
bei Izmir (b), das durch J. Bouzek ‘ungefähr 2. Viertel des 2. Jhs. v. Chr. datiert wird. Sie ähnelt außerdem vielen anderen Rosetten sogenannter ‘Megarischer Becher’ (Bsp. c und d, datiert 2. Jh./1.
Hälfte 1. Jh. v. Chr.). Letzteres stimmt ebenso für die achtstrahlige Rosette (e) des Morgan Cup im Corning Museum, der von der türkischen Schwarzmeerküste kommen soll. Die Abbildungen f-h
zeigen Beispiele ähnlicher Rosetten, die 145-100 v. Chr. bzw. 1. H. 2. Jh. v. Chr. oder 2./3. Viertel 2. Jh. v. Chr. datiert werden.
Die Kameogläser müssen natürlich nicht unbedingt um die gleiche Zeit hergestellt worden sein wie die Keramikgefäße mit vergleichbaren Dekorelementen, es ergibt sich jedoch die Möglichkeit, daß
einige Kameogefäße älter sind als man bisher dachte. Keramische Bodenrosetten treten nach den Megarischen Bechern nicht mehr auf. Vergleichbare Bodenrosetten von Kameoglas-Gefäßen (a und e) und Reliefkeramik
# (a) Kameo-Balsamarium, letztes Viertel 1. Jh. v. Chr./1. Viertel 1. Jh. n. Chr., Paul Getty Museum acc. no. 85 AF 84 (D.B. Harden et al. Glas der Cäsaren 1987, 83-84, Foto Museum).
# (b) Keramisches Formfragment, 2./3. Viertel 2. Jh. v. Chr. (J. Bouzek, Anatolian coll. of Charles Univ. 1974, pl. 2/14. # (c) Megarischer Becher, 1. Hälfte 2. Jh. v. Chr. (G. de Luca,
W. Radt, Sondagen im Fundament des Altars, Pergamenische Forschungen v. 12, 1999, Beilage 13/530). # (d) Megarischer Becher (Bouzek, siehe b, pl. 5/25). # (e) Morgan Becher, 1.
Hälfte 1. Jh. n. Chr. , Corning Museum of Glass acc. no. 51.1993 (D. Whitehouse, Roman Glass in the Corning Museum of Glass, v. 1, 1997, 48-51). Das gleiche Gefäß wurde durch E.
Simon ‘3. Viertel 1. Jh. v. Chr. oder früher’ datiert (J. Glass Studies v. 6, 1964, 13-30). # (f) Megarischer Becher, 145-100 v. Chr. (S. Rotroff, Hellenistic Pottery: Athenian and Imported
Moldmade Bowls, The Athenian Agora, ASCSA 1982, pl. 87/322). # (g) Megarischer Becher, ~1. Hälfte 2. Jh. v. Chr. (Bouzek vgl. b), pl. 7/44). # (h) Megarischer Becher, 2. oder 3. Viertel
2. Jh. v. Chr., Nationalmuseum Athen, acc. no. 14624 (U. Hausmann, Hellenistische Reliefbecher aus attischen und böotischen Werkstätten, 1959, ppl. 37/2)
Es fällt außerdem auf, daß allen Kameogläsern und allen keramischen Parallelen, die hier erwähnt wurden, entweder sicher oder vermutet eine östliche Herkunft zugeschrieben wird. Das gleiche gilt
für zwei weitere Kameogefäße, einen Skyphos oder besser ‘Goblet Kantharos’ im Getty Museum, der aus einer Parthischen Gruft im Iran kommen soll und ‘letztes Viertel 1. Jh. v. Chr./1. Viertel 1.
Jh. n. Chr. datiert wird [in Harden et al., siehe oben, S. 68]), sowie für ein kleines Gefäß des gleichen Typs [Sotheby’s, Ancient Glass, London, 20. 11. 1987, S. 64-67]. Letzteres zeigt eine Kampfwagenszene [siehe auch die
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