 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
Erste Spuren
(S. 32) Das frühe Glas wurde als Brocken oder Barren aus spezialisierten Zentren bezogen und vor allem durch Sintern, Wickeln und Pressen verarbeitet (Keramik-verwandt). Den ersten
Einsatz einer Drehscheibe belegen die Dekore flacher Schalen. Die Innenseiten drehend gepresster Gläser zeigen oft umlaufende Kratzer, die man bisher irrtümlich als ‘Schleifspuren’ deutete. |
|
|
Kretische Dosen
(S. 37)
Insbesondere ihre Unterteile besitzen angeblich eine von geschliffenen Steingefäßen abgeleitete Form. Sie haben innen umlaufende Kratzer. Einer Herstellung durch
Schleifen widersprechen aber deutliche Irregularitäten der Form, variierende Wandstärken und auffallend grob eingeschliffene Deckelauflagen. Die Herstellung auf einer Drehscheibe ist dagegen leicht nachvollziehbar.
|
|
|
|
Spiralig gewickelte Reticellaschalen (S. 39) bestehen aus 1-4 umlaufenden Glassträngen, die in der Regel wiederum mit je 2 feinen
Glasfädchen umwickelt sind. Ein kontrastierender Randfaden oder ein Fußring ergänzen das Gefäß. Innere und äußere Oberfläche sind vollkommen glatt. Kein Reticellafädchen wurde durch Schleifen verletzt. Diese Gefäße
zeigen den Einsatz einer Drehscheibe besonders klar. |
|
|
|
Mosaikgefäße
(S. 41) entstanden durch Absenken eines Glasfladens, der aus Reticellastäben,
Glasstreifen, -scheiben oder anderen Mosaikpartikeln vorgeschmolzen wurde. Bei Achat- und Goldbandglas (siehe dort) sind es meist Mäanderbänder. Beim Absenken auf drehbar gelagerter Scheibe (im Ofen möglich) entstanden
Kratzer (meist innen) und andere Werkzeugspuren vom Andrücken des Glases. |
|
|
|
Überfang- und Goldglas (S. 44) Frühe Überfanggläser zeigen in der Regel eine dünne weiße Innenschicht und die typischen Kratzer. Frühe Goldgläser bestehen aus zwei dünnwandigen Glasschalen mit einer
eingeschmolzenen filigranen Goldfolie. Oft reicht eine Schale (gelegentlich die Innere!) nicht bis zum Rand, die andere ist dann bis zum Rand doppelt so dick - die Schalen wurden also nicht etwa kalt zusammengefügt und
dann verschmolzen. |
|
|
|
Große Fußschalen (S. 47) haben in der Regel eine riesige Kuppa auf einem angeschmolzenen Fuß mit dickem Stiel, der
häufig etwas schief sitzt, wobei der obere Rand des Gefäßes jedoch waagerecht bleibt. Unter dem Fuß läßt sich in manchen Beispielen die Spur eines Werkzeugs entdecken, mit dem der Fuß angedrückt wurde. Umlaufende
Kratzer finden sich auf der Innenseite, manchmal jedoch auch außen. |
|
|
|
Gewöhnliche Rippenschalen (S. 51) haben leicht gekrümmte,
schräge Rippen mit je einer steilen und einer weniger steilen Flanke, mit unregelmäßigen Längen, Höhen und Abständen, fast immer mit gerundeten Kuppen. Außerdem zeigen sie häufig Werkzeugspuren, besonders am Rand. Der
Rand wurde nicht immer geschliffen. Auf der Innenseite finden sich meist die typischen umlaufenden Kratzer. |
|
|
|
Keramikähnliche Gefäße (S. 55)
haben direkte Parallelen in Keramik. Sie zeigen scharfe Konturen und häufig plastische Rondelle wie bei gedrehten Metall- oder Holzgefäßen (hier jedoch eine zentrale
Vertiefung vom Einspannen). Gläserne Rondelle haben ein erhabenes Zentrum (Abdruck!). Fast immer kommen umlaufende Kratzer, manchmal sichelförmige Falten vor. |
|
|
|
Achat- und Goldbandglas (S. 61)
Achatglas ist ein Mosaikglas aus meist rotbraun-weißen oder blau-weißen Glaspartikeln oder Mäanderstreifen. Mäanderfladen wurden aus vorgeschmolzenen Sandwichstreifen (siehe Abb.) auf einer Drehscheibe
erzeugt. [L1999, Anm. 35.
Achtung: Mäanderfladen wurden nicht
aus Überfangstäben erzeugt und dann geschliffen wie S. 61 erklärt!]. Ähnlich entstanden Mäanderfladen für Goldbandglas. Häufig findet man die umlaufenden Kratzer, bei Hohlgefäßen auch interne Fließspuren im Hals..
|
|
|
Hohlgefäße
(S. 61)
wurden im Verlauf der Jahrhunderte auf immer besser auslösbaren Kernen geformt. Ein Gipskern haftet nicht am Glas und kann sogar ein Aufblähen des
Gefäßes durch Dampf aus eingeschlossener Feuchtigkeit bewirken. Gelegentliche Fließspuren im Hals, ein verdrehter Hals, andere Verformungen oder Kratzer belegen die Herstellung durch Absenken und rotierendes Andrücken
eines Glasfladens. |
|
|
|
Kameogefäße
(S. 67)
zeigen innen, manchmal auch außen umlaufende Kratzer. Das Korpusglas dringt stellenweise in den Dekor ein, so daß an abgeriebenen Stellen ein
plastischer Dekor bleibt. Bei Hohlgefäßen endet der Dekor unterhalb des Halses. Henkel wurden mit einem unbearbeiteten Glasbatzen auf den fertigen Dekor geschmolzen, der sich oft heiß verzogen hat Blasen haben
häufig Wulstränder. |
|
|
|
Facettenschliff-Rohlinge (S. 97) Frühe Facettenschliffbecher zeigen typische Reifen und Grate, die bei den späteren geblasenen Facettenschliffbechern und -schalen nicht mehr auftreten. Auf der Innenseite
oder auf Bändern der Außenseite findet man häufig die typischen umlaufenden Kratzer. Diese gibt es auch auf der Innenseite einiger Facettenschliffbecher der Spätantike, was offenbar ein Wiederaufleben der Glastöpferei
belegt. |
|
|
|
Hochreliefgefäße
(S. 100) Frühe Hochreliefgefäße sind erstaunlich plastisch. Ihr Reliefdekor besteht oft aus Einzelelementen, die gelegentlich auch Applikationen sein können. Spätantike
Hochreliefgefäße haben aufwendige Dekore mit feinem Relief, manchmal außerdem grobe Intagliogravuren. Der Fond ist glatt. Typisch sind Einfach- oder Doppelwulstränder wie bei den frühen Facettenschliffgläsern. Auch
Gläser mit umlaufenden Reifen (nicht aufgelegte Fäden!) gehören hierher. Sie wurden in der Regel rotierend gepresst. |
|
|
|
Diatret-Rohlinge S. 117 (L2001a) Diatretgläser zeigen ziemlich grobe Schleifspuren an Steg- und Maschenkanten, sowie
besonders bei kurzen Stegen auch rund um die Stegansätze. Der dünnwandige Innenbecher ist jedoch bei manchen Beispielen völlig schleifspurenfrei. Häufig zeigt er große ungeöffnete, flachgedrückte Blasen, sowie innen die
typischen umlaufenden Kratzer. Die Netz- bzw. Figurenrückseite ist immer flach [soweit die Figuren nicht in den Innenbecher integriert oder wie bei Konchilienbechern aufgeschmolzen sind]. |
|
|
|
Hedwigsbecher
(S. 145; L2003a; L2005) Die Herstellung der mittelalterlichen Hedwigsbecher scheint auf der des antiken Hochrelief zu basieren.
Sie bestehen in der Regel aus sehr blasenreichem Glas, ohne aufgeschliffene Blasen in der glatten Oberfläche. Ein schiefer Rand, umlaufende Kratzer im Boden, eigenartige horizontale Spuren auf der inneren Wandung, eine
längliche Randkerbe (Nürnberger Becher) suggerieren eine Herstellung durch Pressen in Kombination mit keramikähnlichem Hochziehen und nachfolgendem Schleifen der parrallelen Schraffuren. Zum Schluß wurde
poliert. Update Aug. 2005 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
First Traces
p.32The early glass was made as raw glass in specialized centers and shipped as chunks or ingots to the glass workshops. The first manufacturing
methods like sintering, trailing or pressing were derived from pottery techniques. The first application of a turning wheel for glass working seems to be the making or decorating of shallow bowls by trailing. Vessels
made by rotary pressing often show rotary scratches which often are mistaken to be grinding marks. |
|
|
|
Pyxides from Crete
p.37The pyxides from Crete, especially their lower parts or bodies, assumedly are shaped just like stone prototypes. They feature rotary
scratches on their inside. Frequent irregularities of the shape, variations in the wall thickness and remarkably crude cutting of the rim contradict the idea that these vessels were made by grinding from a block of
glass. However, a manufacture on a turning wheel is easy to perceive. |
|
|
|
Reticella Bowls
p.39
Spirally wound reticella bowls show 1-4 glass trails, each of them itself spirally wound by two small differently colored glass threads. A contrasting trail at the rim or a foot-ring made in one winding
complete the bowl. The surface is perfectly smooth inside and out, except perhaps for the typical scratches. No trail or thread was damaged by grinding. The manufacturing method of these vessels is clearly visible.
|
|
|
|
Mosaic vessels
p.41
Mosaic vessels are made by sagging a flat glass cake from fused pieces of rods, bands or other particles. For agate- or onyx glass (see there) mostly meandering bands are used. From the use of a turning
wheel (even possible inside a kiln) scratches sometimes occur on the vessel inside. Scratches or other traces also are found on the outside from tooling. Superficial grinding not necessarily leaves rotary traces. |
|
|
|
Overlay and Gold Glass
p.44Early overlay glasses as a rule feature a thin white layer inside. They often show the typical scratches. Early gold glasses consist of two thin-walled bowls with a delicate gold foil pattern fused between
them. Sometimes one of the bowls (this may be the internal bowl!) reaches not up to the rim, the other bowl takes over up to the rim with double wall thickness. Those bowls cannot have been joint cold. |
|
|
|
Hellenistic Footed Bowls
p. 47The
footed bowls usually have a huge cup on a thick stem and foot. The stem often is applied slightly off center or slanting, while the rim remains horizontal. Some examples show under the foot the trace of a tool which was
used to press the foot against the vessel. Rotary scratches are found on the inside, sometimes also on the outside of these impressive vessels too. |
|
|
|
Ribbed Bowls
p.51
Ordinary ribbed bowls show slightly bend and slanting ribs with one steep and one less steep side, with irregular length, heights and distances. Usually, each rib has a rounded top. As a rule, ordinary
ribbed bowls feature traces of tooling, especially at the rim. Ribbed bowls definitely have not been made in a mold. The rim sometimes is tooled only, not cut. On the inside usually the typical scratches can be
detected. |
|
|
Vessels Resembling Ceramics
p.55These vessels got their name ‘keramikähnliche Gefäße’ in German
because they have direct parallels in ceramics. They feature sharp contours and often central protruding roundels like vessels from turned metal or wood. However the glass roundels have a central protruding knob instead
of a central cavity (from clamping the metal or wooden blank in the lathe). Examples with sickle shaped folds are known. Rotary scratches inside and/or outside are typical. |
|
|
|
Agate and Goldband Glass
p.61Agate glass is a mosaic glass
made most often from redbrown-white or blue-white particles of glass or from meandering bands. Flat meander glass cakes were made from trailed prefabricated sandwich bars (see fig., they were not
made by trailing an overlay cane and subsequent grinding as described L1999
p. 61). Flat glass cakes for gold-band glass were made a similar way. Rotary scratches are often found. Hollow glasses show usually internal traces of flowing on the inside of the neck. |
|
|
|
Hollow Vessels
p.61
Hollow vessels were made on cores which became better removable in course of the centuries. A plaster core does not stick to glass and may even cause an inflation of the vessel through steam from the
enclosed humidity. Occasionally, flowing marks in the neck, a ‘wound’ neck, or the typical scratches are proof of a manufacturing process by sagging and rotary tooling of a glass cake. |
|
|
|
Cameo Vessels
p.67
Cameo vessels usually show the rotary scratches on their inside, sometimes also on their outside. The dark glass of the body in some spots protrudes into the white cameo layer. Where the white came off, a
rounded relief in the dark glass may be visible. Hollow cameo vessels have no decor at the neck. Handles were molten onto the finished decor with a blob of un-worked glass. Often decor and vessel body are slightly
stretched, and open bubbles have bulging rims. |
|
|
|
Blanks for Facet Cutting
p.97Early facet cut beakers and vessels feature protruding rings and ridges which do not appear at later examples which are made from blown blanks. The typical rotary scratches appear on the inside or on bands
around the outside. The typical scratches are also found on the inside of some late antique facet cut beakers - one of several hints that there was a revival of the glass pottery process in late antiquity. |
|
|
|
High Relief Vessels
p.100
The relief of the early relief glasses is of astonishing thickness. The decor usually consists of isolated elements which look like applications - sometimes this really may be true. Late antique
relief glasses have more elaborate well rounded decors on a smooth vessel surface, sometimes with an additional very crude intaglio engraving. Scratches confirm rotary pressing. First true high relief cameo glasses
appear in late antiquity. They resemble wood cuts. . |
|
|
|
Cage Cup Blanks
p.117
Diatreta glasses feature rather crude grinding traces at the shanks, the edges of the meshes and around the shanks on the internal beaker - if the shanks are short. However, sometimes a thin-walled
internal beaker is perfectly free of grinding marks on its outside, while rotary scratches are found on the inside. Often large flat bubbles are enclosed in the thin walls - not opened by cutting! The backside of the
meshes or figures is usually flat, except for figures which are an integral part of the internal beaker or which are fused directly to it (cp. the ‘Konchilienbecher’). |
|
|
Hedwig beakers
p.145; L2003a; L2005as a rule are made from a rather bubbly glass material - without any
bubbles cut open in the smooth surface. A slanting rim, rotary scratches on the bottom inside, a peculiar kind of rotary traces on the inside walls (several examples) and a very special indentation in the rim of the
Nuremberg beaker indicate a manufacture by pressing, combined with ‘drawing’ - as in ceramics. The manufacturing of the medieval Hedwig beakers may be an offspring of the late antique manufacturing of high relief
glasses, or it may be a spontaneous invention in a court workshop. After pressing the relief, small parallel lines were cut, and the whole vessel
polished.
Update August 2005. |
|
|